Glasur


Glasur

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Gla|sur [gla'zu:ɐ̯], die; -, -en:
a) wie Glas aussehender, glänzender Überzug:
die Glasur an der Vase ist abgesprungen.
b) Überzug auf Speisen und Gebäck:
der Kuchen war mit einer hellen Glasur überzogen.
Syn.: Guss.
Zus.: Schokoladenglasur, Zuckerglasur.

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Gla|sur 〈f. 20
1. durchsichtiger, glasähnlicher Überzug auf Töpferwaren aus Kieselsäure mit Flussmitteln
2. glänzender Überzug auf Gebäck, Zuckerguss
[→ glasieren]

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Gla|sur [frühnhd. Bildung unter Einfluss von Lasur aus Glas u. der Endung -ur], die; -, -en: dünner, glasartiger Überzug, der durch Aufschmelzen flussmittelhaltiger Silicate ( Fritte, 1) auf keramischen Werkstücken erzeugt wird.

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Gla|sur, die; -, -en [frühnhd. Bildung unter Einfluss von Lasur aus 1Glas u. der Endung -ur]:
a) dünne, glasartige Schicht auf keramischen Erzeugnissen;
b) (Kochkunst) glänzender Überzug auf Speisen od. Gebäck.

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Glasur
 
[mit romanischer Endung zu deutsch Glas gebildet] die, -/-en,  
 1) Keramik: glasartiger Überzug auf keramischen Gegenständen. Neben der ästhetischen Wirkung sorgt die Glasur für die aus hygienischen Gründen nötige Glätte und Härte der Oberfläche. Poröse Erzeugnisse werden durch eine Glasur wasserdicht. Die Rohmischung für eine Auftragglasur besteht aus einer Aufschlämmung von Ton, Quarzmehl und wasserunlöslichem Flussmittel in Wasser (Glasurschlicker). Das Glasieren, d. h. das Aufbringen des Glasurschlickers, erfolgt durch Tauchen oder Spritzen des (nach dem Glühbrand noch gut saugfähigen) Scherbens. Beim anschließenden Glattbrand fließt die Glasurmasse zu einer durchsichtigen Glasschicht aus. Nach der Höhe der Glattbrandtemperaturen unterscheidet man niedrigschmelzende Glasuren (unter 1 200 ºC, Schmelzglasur) und hochschmelzende Glasuren (über 1 200 ºC, Scharffeuerglasur oder Hartglasur). - Als Rohstoff für die Porzellanglasur wird eine Mischung aus Feldspat, Quarz, Kaolin, Kalkspat und Dolomit verwendet. Für feinkeramische Erzeugnisse sind bleioxid- oder bortrioxidhaltige Glasuren charakteristisch. Die Wasserlöslichkeit der Glasurrohstoffe (Soda, Pottasche, Borax, Borsäure) macht es notwendig, sie mit hinreichenden Mengen Kieselsäure und Feldspat vorher einzufritten (Frittenglasur) und in wasserunlöslichen Verbindungen zu überführen. Feinsteinzeug erhält meist eine Glasur aus Feldspäten, Kaolinen, Quarz, Erdalkalicarbonaten (seltener gefrittete Anteile). Grobkeramik versieht man häufig mit einer Anflugglasur (Salzglasur), indem man bei der Garbrandtemperatur Kochsalz in den Ofen einbringt und so an der Oberfläche des Brenngutes eine Natriumaluminiumsilikat-Glasur erzeugt.
 
Durch spezielle Beimengungen zur Glasurmasse oder besondere Techniken lassen sich Farbe und Aussehen der Glasur variieren: Glasuren können transparent eingefärbt oder mit nicht schmelzenden Farbkörpern versetzt sein (Farbglasur). Durch fein verteilte Kristallausscheidungen ergeben sich z. B. Mattglasuren mit seidigem Schimmer, durch stern- oder eisblumenförmige Ausscheidungen Kristallglasuren, bei Verwendung bestimmter Metalloxide die irisierenden Lüsterglasuren. Trägt man verschiedenfarbige Glasuren neben- oder auch übereinander auf, so ergeben sich beim Brennen durch die verlaufende Glasurmasse farblich reizvolle Laufglasuren. - Bleioxidhaltige Glasuren (Bleiglasuren) werden auf gesundheitsschädliche Bleiabgabe durch Extraktion mit 4 %iger Essigsäure geprüft; man unterscheidet Bleiglasuren, bleihaltige und bleifreie Glasuren. Giftig sind auch cadmium- und selenhaltige Glasuren.
 
Im Altertum ging die Verwendung von Glasuren (Fayenceperlen des 4. Jahrtausend in Mesopotamien und Ägypten) der Herstellung von Glasgegenständen voraus.
 
 2) Kochkunst: Glasieren.
 

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Gla|sur, die; -, -en [frühnhd. Bildung unter Einfluss von ↑Lasur aus 1Glas u. der Endung -ur]: a) dünne, glasartige Schicht auf keramischen Erzeugnissen; b) (Kochk.) glänzender Überzug auf Speisen od. Gebäck.

Universal-Lexikon. 2012.

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